In Deutschland erzeugte Dokumentation und Sprache
Beginnen wir mit der beachtlichen Zahl von Besatzungsmitgliedern, die, wie schon im Abschnitt "Der Paradigmenwechsel" beschrieben, im Laufe der Internierungszeit "untergetaucht" waren: Sie hatten sich versteckt bzw. wurden sie von den eigenen Familien und/oder Freunden verborgen.
Womit aber ein großer Teil dieser Personen wohl nicht gerechnet hatte, war, dass dieses "Untertauchen" im Deutschen Sinne als "Unerlaubtes Entfernen von der Truppe" gewertet wurde.
Die Daten wurden durch das bekannte "Speebüro" geliefert und dem OKM nach Berlin gemeldet, und die daraus resultierenden Konsequenzen lassen sich aus den vier abgebildeten Dokumenten leicht erahnen – die Verfahren wurden über das "Gericht der Kriegsmarine" eingeleitet.
Ob dieses "Untertauchen" oder "Eheschließungen ohne Erlaubnis" durch Gerichte bestraft worden wäre, ist sehr wahrscheinlich; jedenfalls waren die militärischen Stellen noch im März 1945 guter Dinge und leiteten die Vorgänge im April 1945 an das Marinegericht weiter – kurz vor der Kapitulation …
Nebenher die "Richtlinien für die Vollstreckung von Freiheitsstrafen in der Wehrmacht" vom 01. Februar 1945 und die Ausführungsbestimmungen dieser in der Marine vom 10. März 1945 - OKM Berlin. Bedeutsam die Namenszeichnungen: GenFm. Keitel und Adm. Warzecha – der ehemalige Kommandant der "Admiral Graf Spee".
Unterschieden wurden folgende Personengruppen:
Disziplinäre Schädlinge, Sonstige Unerziehbare, homosexuelle Hangtäter, Asoziale, veranlagte Kriminelle, Verräter, Saboteure, Zersetzer, usw.
Ob diese Vorgänge auch Auswirkungen auf die Anrechnung der Dienstzeit oder auf die spätere Rentenberechnung gehabt haben, wie gelegentlich behauptet wird, davon ist nicht auszugehen. Die Rentenberechnung für die Internierungsjahre wurde später ohnehin mit Pflichtbeiträgen angesetzt und in Verbindung mit einer so genannten fiktiven Nachversicherung.
Bemerkenswert das Interview eines Journalisten der Zeitung "Libre Belgique" vom 23. Februar 1940 mit dem Kommandanten des Leichten Kreuzers "Ajax" auf die Frage:
Allerdings irrt hier Cap. Barrett, wenn er 3 Geschütztürme erwähnt - die "Graf Spee" hatte nur 2 …
Weiter die Bemerkung vom Kommandanten des Schweren Kreuzers "Exeter", Cap. Bell, woran die "Admiral Graf Spee" am frühen Morgen sofort erkannt wurde:
Queen Anne's Mansions war ein Wohnblock in Westminster, London - mit zuletzt 14 Stockwerken war es das höchste Wohngebäude in Großbritannien.
Beginnen wir mit dem Gefechtsbericht, der in der Galerie abgebildet ist: Bis auf das FT vom 14. Dezember 1939, dass durch Langsdorff an das OKM gesandt wurde, sind alle nachfolgende Berichte, mit Trefferzusammenstellung und Gefechtsskizze, vom Attaché an der Deutschen Botschaft in Argentinien KptzS. Niebuhr und dem IO KptzS. Kay nachträglich im Laufe des Monats Januar 1940 verfasst.
Und ein Bericht vom 19. Januar 1940 über die gemachten Erfahrungen im Handelskrieg und eine Aufzeichnung eines Gesprächs mit KptLt. Reckhoff vom 28. Dezember 1940.
"Die Tinte der Unterschriften unter den präsidialen Dekreten war noch nicht ganz trocken", da wurde in Berlin bereits die Rückholung der "wichtigsten Spezialisten der Besatzung" der "Admiral Graf Spee" vom Marineamt in Berlin gefordert.
Die Konsequenz daraus war auch, dass der Botschafter, Teile der Botschaftsangehörigen und der Marineattaché KptzS. Niebuhr, das Land verlassen mussten - s.a. "Spanisches Dokumenten-Archiv".
In der Galerie ist der diesbezügliche Schriftverkehr abgebildet. Eine Beschreibung der einzelnen Dokumente ist nicht nötig, zumal der Text absolut aussagefähig ist.
Eine Abschrift der G.Kdos 99/40 >> Das Seegefecht vor dem La Plata << - vom 25. April 1940 – Gez. v. Fischel Vizeadmiral. KptzS. v. Fischel war von 1933 bis 1935 Kommandant auf dem Panzerschiff "Deutschland".
Die Marineakte wurde nach dem Krieg bei der britischen Admiralität aufbewahrt; in den 50er Jahren wurden die Marineakten an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben.
